Niemand weint für immer by Alexander Klimon

Schlussendlich haben sie dich morgens geholt.

Das graue Dämmerlicht ließ die königlichen Wachen nur als Schemen erahnen, als sie sich zu zweit neben deinem Bett postierten.

"Aufwachen!"

Die rauhe Stimme kam dir bekannt vor. Es musste Druyden sein. Natürlich, Christiana würde nur jemanden schicken, der ihr absolut ergeben war. Jeder andere hätte ihre Motive angezweifelt.

Es wurde dir nur erlaubt, dich notdürftig anzukleiden, bevor man dich aus deinen Kammern zunächst durch den Seitentrakt, danach über die menschenleeren Höfe und schließlich zum Kerkerturm eskortierte. Erdrückend ragte er mit seinen grauen, klobigen Steinen vor dir auf, während am Himmel dahinter die Sonne erste helle Finger auf die Welt ausstreckte.

Aber würdest du ihr Licht jemals wieder auf der Haut prickeln spüren? Jemals wieder die klare Luft der Freiheit atmen?

"Christiana, du Luder", keuchtest du in ohnmächtiger Wut, nachdem du dich von dem Stoß der Wachen auf den kalten, rauen Steinboden der Zelle aufgerappelt hattest. Kreischend fiel hinter dir die Zellentür ins Schloss, der Schlüssel schnarrte schrill, danach das immer leiser werdende Stapfen der Stiefel, als die Wachen ihre Wendeltreppe wieder hinunterstiegen.

Du bliebst alleine zurück. Du hättest gerne die Tränen in dir fließen lassen, aber ihre Bitterkeit hätte deine Haut verbrannt. Wie sagte dein Vater einmal?

Niemand weint für immer.
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Written by
Alexander Klimon
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Published 22 Oct 2014
Listing added 31 Jan 2015

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